21.01.2022
Gedanken zum Sonntag 3. Sonntag nach Epiphanias

Gedanken zum Sonntag: 3. Sonntag nach Epiphanias – 23. Januar 2022

23. Januar: Gedenktag für Methusalem

Jesaja 46,3f.: Hört mir zu, ihr vom Hause Jakob und alle, die ihr noch übrig seid vom Hause Israel, die ihr von mir getragen werdet von Mutterleibe an und vom Mutterschoße an mir aufgeladen seid: Auch bis in euer Alter bin ich derselbe, und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet. Ich habe es getan; ich will heben und tragen und erretten.

Liebe Gemeinde,

selbst wer nicht weiß, wer Methusalem war, kennt doch seinen Namen und weiß: Er war sehr alt.

Der Name „Methusalem“ ist zum Sinnbild für „alt werden“ geworden. Forscher suchen nach einem Methusalem-Gen, nach einer Methusalem-Ernährung, es gibt eine Champagnerflaschengröße, die „Methusalem“ genannt wird (6 Liter Inhalt).

Methusalem ist eine Gestalt aus der Bibel. Er ist ein Urenkel von Adam und der Großvater von Noah. Am 23. Januar, also an diesem Sonntag, hat Methusalem seinen Gedenktag im katholischen Kalender. Bekannt ist er eben wegen seines „hohen“ Alters: Mit 969 Jahren ist er der älteste Mensch der Bibel. Allerdings ist er mit diesem hohen Alter nicht allein in dieser Urzeit. Dem Leben der Menschen vor der Sintflut scheint kaum eine Grenze gesetzt zu sein. So ist Methusalem zum Beispiel nur neun Jahre älter als Adam.

Man hat immer wieder versucht, Erklärungen für diese hohen Zahlen zu finden, aber keine hat sich durchgesetzt. Wahrscheinlich ging es den Erzählern gar nicht so sehr um die genauen Altersangaben. Sondern es ging darum, die Bedeutung der Vorfahren zu betonen. In der ganzen Bibel wird Wert darauf gelegt: die Alten, die Eltern, sollen geehrt werden.

Ein hohes Alter ist in der Bibel Ausdruck von Segen. Dabei wird gar nicht beschönigt, dass das Alter nicht immer leicht ist, sondern auch Mühe macht. Sehr bildreich werden die Gebrechlichkeiten beschrieben, die die Menschen vor Jahrtausenden und Jahrhunderten noch viel mehr plagten als uns Heutige: die schlechten Tage mit den zitternden Armen und den schwachen Beinen, den schwerhörigen Ohren und der dünnen Stimme.

Dennoch: Von alten Männern und auch von alten Frauen wird wohlwollend und wertschätzend erzählt: Denken Sie an Sara, die bis zu ihrem Tod die Herrin ihres Haushaltes bleibt, oder an die Prophetin Hannah, die die letzten Jahrzehnte ihres Lebens im Jerusalemer Tempel den Messias erwartet hat.

Manches ist heute einfacher, auch das Altwerden und Altsein. Gerade für die Gesundheit können wir oft ja gut sorgen, und für viele der sogenannten Alterserscheinungen gibt es ganz ordentliche Unterstützungen. Aber was wir uns bei den Alten der Bibel, nicht nur beim uralten Methusalem, abschauen könnten, wäre vielleicht der Umgang mit dem Altwerden und mit den Alten.

Wir könnten die Achtung vor den alten Menschen, ihren Erfahrungen, ihrem Blick auf die Welt und das Leben lernen. Die Achtung nicht nur vor den alten Männern, sondern auch vor den alten Frauen, die in unserer heutigen Gesellschaft so schnell unsichtbar werden. Und wir könnten lernen, das eigene Altwerden anzunehmen – mit allen Beschwernissen.

Wir könnten den Gedanken ausprobieren: Alter ist Segen. Unabhängig von körperlicher Kraft.

Das anzunehmen – dabei hilft Gottes Versprechen:

„Bis in euer Alter bin ich derselbe, und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet.

Ich habe es getan; ich will heben und tragen und erretten.“ (Jes. 46,4).

Ihre Sabrina Pieper

Gebet:

Barmherziger Gott,

alt wie Methusalem – das wollen viele gern werden.

Aber wir haben auch Angst vor den Schwächen des Alters,

den Gebrechlichkeiten.

Wir bitten dich: Behüte uns.

Hilf uns, die Mühen anzunehmen, die zum Altwerden gehören.

Hilf uns, die Freude immer wieder zu entdecken, die das Leben bereithält.

Behüte uns, wie du uns unser Leben lang schon begleitet hast.

Amen

 

L ieder:

eg 321: Nun danket alle Gott

eg 380: Ja, ich will euch tragen

eg 302: Du, meine Seele, singe


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