13.01.2022
Gedanken zum Sonntag 1. Sonntag nach Epiphanias

Gedanken zum Sonntag: 1. Sonntag nach Epiphanias – 09. Januar 2022

Christliche Hoffnung gegen allen Anschein: Jesaja 42 und die Taufe Jesu Christi

Jesaja 42,1-9:

Der HERR hat gesagt: »Hier ist mein Bevollmächtigter, hinter dem ich stehe. Ihn habe ich erwählt, ihm gilt meine Liebe, ihm gebe ich meinen Geist. Er wird die Völker regieren und ihnen das Recht bringen. Er schreit keine Befehle und lässt keine Verordnungen auf der Straße ausrufen. Das geknickte Schilfrohr zerbricht er nicht, den glimmenden Docht löscht er nicht aus. Er bringt dem geschlagenen Volk das Recht, damit Gottes Treue ans Licht kommt. Er selbst zerbricht nicht und wird nicht ausgelöscht. Er führt meinen Auftrag aus und richtet unter den Völkern meine Rechtsordnung auf. Noch an den fernsten Küsten warten sie auf seine Weisung.«

Der HERR, der wahre und einzige Gott, hat den Himmel geschaffen, wie ein Zelt hat er ihn ausgespannt; er hat die Erde ausgebreitet und Pflanzen und Tiere auf ihr entstehen lassen; er hat den Menschen auf der Erde Leben und Geist gegeben.

Er ist es auch, der gesagt hat: »Ich, der HERR, habe dich berufen, damit du meinen Auftrag ausführst. Ich stehe dir zur Seite und rüste dich aus. Ich mache dich zum Friedensbringer für die Menschen und zu einem Licht für alle Völker. Die Gefangenen sollst du aus dem Dunkel des Kerkers holen und den blind gewordenen Augen das Licht wiedergeben.«

Euch Israeliten aber sagt er: »Ich bin der HERR, der mächtige und helfende Gott! Diese meine Ehre lasse ich mir von niemand nehmen, meinen Ruhm überlasse ich nicht den Götzen! Was ich früher vorausgesagt habe, ist eingetroffen. Nun kündige ich Neues an. Ich sage es euch im Voraus, noch ehe es eintrifft.«

Liebe Gemeinde,

zuerst einmal wünsche ich Ihnen allen ein gutes Neues Jahr!

Möge Gott Ihnen für dieses Jahr Zuversicht, Glauben und Vertrauen schenken!

„Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus“, heißt es beim Propheten Jesaja im ersten Lied vom Gottesknecht (Kapitel 42). Schon der Evangelist Matthäus (12,20) identifizierte diesen Gottesknecht mit Jesus Christus.

Doch stimmt es überhaupt, dass der glimmende Docht nicht ausgelöscht und das geknickte Rohr nicht zerbrochen wird? Die Erfahrung des Todes spricht eine andere Sprache, zeugt von einer anderen Erfahrung. Was sichtbar vor Augen ist, widerspricht der Hoffnung des Propheten. Menschen sterben; Schmerz und Trauer belasten, können ein ganzes Leben verdüstern. Das darf nicht kleingeredet werden, wenn ich Menschen in ihrem Leid ernst nehmen und ihnen zur Seite stehen will. Doch durch mein Da-Sein und Mitleiden kann sich zaghaft eine andere Wirklichkeit zeigen. Eine neue Perspektive. Eine Hoffnung gegen allen Anschein. Dass im Ende auch ein Anfang liegt, dass durch den Tod neues Leben beginnt, dass die abgelaufene Zeit in die Ewigkeit mündet.

Diese Hoffnung ist begründet in unserer Taufe. Denn in ihr wirkt die Gnade Gottes an uns. Und wir sind eingeladen, die Gnade Gottes ernst zu nehmen. Nicht zu meinen, Gnade verdienen zu können und zu müssen, sondern sie mir schenken zu lassen. Das Angebot macht Gott in Jesus seit 2.000 Jahren. Die Gnade Gottes ernst zu nehmen bedeutet für mich zweierlei: Erstens gnädiger mit meinen Mitmenschen und ihren Fehlern zu sein. Wenn Gott ihnen gnädig ist, wer bin ich, ungnädig zu sein. Und das gilt zweitens dann auch für mich selbst: Mit mir selbst geduldiger zu sein. Ich soll meine Schuld ernst nehmen, aber ernster soll ich Gottes Gnade nehmen.

Wenn ein Mensch geboren wird, reden wir davon, dass er das Licht der Welt erblickt. Wir sagen nicht, er erblickt die Dunkelheit der Welt, selbst dann nicht, wenn er in größtem Elend geboren wird. Reden wir uns da die Welt schön?

Meiner Ansicht nach nein. Wir haben guten Grund, vom Licht der Welt zu reden. Weil das, was Gott von Jesus sagt: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe“, auch für uns gilt, für jeden Menschen. Wir sind Gottes Kinder. Das bewahrt uns nicht vor Leid, doch dürfen wir darauf vertrauen, dass wir nie aus seiner Hand fallen und dass er auch uns – wie seinen Sohn – ins Licht der Auferstehung führen wird. Uns als Sünder zu akzeptieren, weil Jesus mit uns solidarisch ist; uns die Gnade Gottes schenken zu lassen und zu vertrauen, dass wir ins Licht hineingeboren sind, das sagen uns die Taufe Jesu und unsere eigene Taufe.

„Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus“, der Jesajasatz – so wie ihn der Evangelist Matthäus zitiert – geht noch weiter: „Und auf seinen Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen.“ Jesus Christus ist unsere Hoffnung – auch im Leid, sogar im Tod. Weil er selbst den Tod auf sich genommen hat und der Tod seitdem kein gottverlassener Ort mehr ist. Er hat den Tod auf sich genommen und überwunden. Der Tod ist entmachtet – auch für den Me nschen. Der scheinbar ausgelöschte Docht brennt.

Ein neues Jahr voller Hoffnung wünscht Ihnen Ihre Sabrina Pieper

Gebet

Barmherziger Vater, wir haben allen Grund zur Freude, denn du bist zu uns gekommen.

Doch schnell nehmen uns die Sorgen des Alltags wieder gefangen;

wir verlieren dich aus den Augen.

Herr, erbarme dich.

Nach der Taufe hast du Jesus als deinen Sohn bestätigt.

In der Taufe werden auch wir zu deinen Kindern.

Doch leider vergessen wir das allzu oft.

Herr, erbarme dich.

Deine Kinder sind wir. Das macht uns wertvoll.

Aber oft vergessen wir, wessen Geistes

Kind wir sind.

Herr, erbarme dich.

Lieder:

eg 209 Ich möcht’, dass einer mit mir geht

eg 382 Ich steh’ vor dir mit leeren Händen, Herr

 

 

 

 

 

 

 


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